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Reise-Blog Mongolei

Schamanismus in der Mongolei

Zwei Drittel der Mongolen leben noch als Nomaden und ziehen mit ihren Tieren durch die Weite des Landes. Da wundert es nicht, dass das Leben der Menschen in der Mongolei von tiefer Naturverbundenheit geprägt ist. Diese Sicht auf das Leben hat ihren Ursprung im Schamanismus - einer in der Mongolei in einigen Teilen noch lebendigen animistischen Religion, deren Kern darin besteht, dass alles in der Natur - Menschen, Tiere, Pflanzen sowie auch alle anderen Dinge beseelt sind, ganz unterschiedliche Bedeutungen haben und sich auch im charakterlichen Ausdruck voneinander unterscheiden.

Mongolei Schamanismus

Der Schamanismus spielt im Alltag der Mongolen jedoch keine große Rolle mehr. Während der 70 Jahre lang bestehenden Mongolischen Volksrepublik war die Ausübung des Schamanismus sogar verboten. Seit sich 1990 die politische Situation veränderte, lebt auch der Schamanismus wieder auf und erlebt eine Renaissance. Wenn Sie die großartige Weite der mongolischen Landschaften erleben, wird es Sie nicht wundern, dass die hier lebenden Menschen einen besonderen Zugang zur Natur haben und ihr aus dem schamanischen Hintergrund heraus mit großem Respekt begegnen. Sehr authentisch praktiziert wird der Schamanismus besonders noch im Norden und Nordwesten der Mongolei von der Volksgruppe der Darchad, den Zaatan, den Burjaten und der Volksgruppe der Urianchai.

Die Weltsicht des Schamanismus

Die Verehrung des "Mächtigen Ewigen Blauen Himmels" als höchste Instanz sowie der 99 Tenger (Himmelsgeister) sind zentrale Bestandteile des Schamanismus. Die schamanistische Weltsicht kennt eine sichtbare und unsichtbare, die untere und eine obere Welt - der Mensch befindet sich in Wirklichkeit im Zentrum der Welt - der Weltmitte - die als Ger bezeichnet wird. Das Ger - also die Weltmitte - ist im Feuer angesiedelt, in der Krone des Weltenbaumes und der Spitze des Weltenberges. Die Weltmitte ist die Achse, die die untere mit der oberen Welt verbindet.

Der große Himmelsbogen

Die Elemente des Himmelsbogens im Schamanismus setzen sich aus "Vater Ewiger Blauer Himmel" den 55 Tengern (Himmelsgeister), die die westlichen Sphären des Himmels bevölkern und den Menschen wohlgesonnen sind, sowie den 44 Himmelsgeistern der östlichen Himmelsphären zusammen, die von den Menschen gnädig gestimmt werden müssen, denn sie können den Menschen Grausames antun. Auch die menschlichen Seelen sowie die Naturelemente Feuer und Wasser gehören zum Himmelsbogen. Sonne und Mond sind die Augen der Tenger. Aus der Sicht des mongolischen Schamanismus ist der Respekt gegenüber dem Himmel, der Erde und dem Wasser entscheidend für das Gleichgewicht auf der Erde. Eine Betrachtungsweise, die mit den Grundsätzen der Religionen vieler Naturvölker übereinstimmt. Der mongolische Begriff für den Zustand der Ausgeglichenheit zwischen allem ist "Tegsch". Im Schamanismus kommt den Schamanen eine entscheidende Rolle bei der Wiederherstellung des Gleichgewichtes in der Welt zu.

Die Welten der Himmelsgeister (Götter)

Im Schamanismus werden den Göttern recht menschliche Eigenschaften zugeschrieben: Sie haben Familien, feiern gerne, halten Haustiere, leben in Häusern, wetteifern in sportlichen Disziplinen miteinander und manchmal gibt es auch Krieg. Die Heldenepen der Mongolen und schamanischen Dichtungen - besonders der Burjaten - sind reich an solchen Geschichten. Die 17 Götterwelten oder 33 Reiche (es gibt verschiedene Konzepte) sind streng hierarchisch organisiert: Jedes Reich hat seinen eigenen Herrscher, der als Tenger bezeichnet wird. Die Söhne sind den Vätern zu absolutem Respekt verpflichtet und fungieren häufig als Vermittler zwischen den Menschen und den Tengern. Das Oberhaupt von allen ist der Vater Tenger oder "Vater Ewiger Blauer Himmel".

Die "Mittlere Welt" im Weltbild Schamanismus

Unter der Mittleren Welt ist im Schamanismus die Erde zu verstehen. Allerdings wird auch die Mittlere Welt - je nach Konzept - in 3 bis 77 unterschiedliche Ebenen unterteilt. Hier sind die Menschen, Tiere, Pflanzen beheimatet, die Seelen der Verstorbenen und die Herrengeister, die den verschiedenen Regionen, Bergen, Gewässern - Krankheiten oder beispielsweise dem Handwerk zugeordnet sind. Im Schamanismus ist jedes Ding auf der Erde von einem Geist belebt.

Die Totems , der Ahnenkult und die Stellung der Schamanen

Die Herkunft der Menschen und der einzelnen Klans wird auf tierische Urmütter und -väter zurückgeführt. Alte überlieferte Totems sind beispielsweise der Wolf, der Adler, die Hirschkuh, der Schwan, der Stier, der Bär und auch andere Tiere.

Im Schamanismus werden ältere Menschen und die Ahnen sehr verehrt, weil die Menschen sich von den Geistern der Ahnen Unterstützung und Hilfe versprechen. Es wimmelt nach der schamanischen Vorstellung in der Welt von guten und bösen Geistern, vor denen sich die Menschen schützen müssen oder die sie um Hilfe bitten können. Die Schamanen nehmen die Schlüsselfunktion zwischen der sichtbaren und unsichtbaren Welt ein. Sie fungieren als Heiler und Wahrsager, leiten Opferzeremonien und bitten die Götter um Glück und Unterstützung. Sie können aber auch Verwünschungen aussprechen.

Schamasnismus, Rituale

Rituale und Besonderheiten des mongolischen Schamanismus

Die Verbindung zu den hilfreichen Kräften wird über verschiedene Rituale hergestellt. Verwendung finden beispielsweise Trommeln, Kristalle und Kerzen. Trancereisen, Tänze und Feuerrituale werden im Schamanismus praktiziert. Eine Besonderheit ist die harmonisierende Wirkung des Obertongesangs, der besonders in der Mongolei von vielen verschiedenen Interpreten praktiziert wird. Begegnungen mit mongolischen Schamanen in ihrem natürlichen Umfeld und der herrlichen Natur sind ganz besondere und beeindruckende Erlebnisse.

 

 


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